23.02.2011 • 6/2011
Kommentar: Wechsel in der Geldpolitik – aber bitte nur den Kurs, nicht das Paradigma
Die EZB hat im Februar 2011 die Beibehaltung ihres extrem expansiven geldpolitischen Kurses beschlossen und zudem noch immer keine Zeichen gesetzt, die auf eine baldige Abkehr hiervon schließen lassen könnten. Dabei sollten sowohl die beispiellose Liquiditätsausweitung als auch die vielfältigen Rettungsschirme für Staaten und Banken der unmittelbaren Krisenbewältigung vorbehalten sein. Beide Instrumente scheinen jedoch in Westeuropa mittlerweile zum Bestandteil des Ordnungsrahmens der Wirtschaft geworden zu sein – und die für manchen Beobachter absehbaren Nebenwirkungen stellen sich nach und nach ein.
Diemo Dietrich
Download Press Release
Exchange Rate Expectations and the Pricing of Chinese Cross-listed Stocks
Stefan Eichler
Journal of Banking and Finance,
No. 2,
2011
Abstract
I show that the price discounts of Chinese cross-listed stocks (American Depositary Receipts (ADRs) and H-shares) to their underlying A-shares indicate the expected yuan/US dollar exchange rate. The forecasting models reveal that ADR and H-share discounts predict exchange rate changes more accurately than the random walk and forward exchange rates, particularly at long forecast horizons. Using panel estimations, I find that ADR and H-share investors form their exchange rate expectations according to standard exchange rate theories such as the Harrod–Balassa–Samuelson effect, the risk of competitive devaluations, relative purchasing power parity, uncovered interest rate parity, and the risk of currency crisis.
Read article
25.11.2010 • 65/2010
Investitionszuschüsse: Überregionalen Absatz als Förderkriterium beibehalten
Der Investitionszuschuss ist seit 1969 eines der wichtigsten Instrumente der Regionalförderung für strukturschwache Regionen in Deutschland, besonders auch im Rahmen des „Aufbau Ost“. Aktuell wird über die zukünftige Gestaltung des Investitionszuschusses kontrovers diskutiert. Kritisiert wird unter anderem, dass die Förderung nur Unternehmen zugutekommt, die ihre Produkte überregional absetzen. Eine neue Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zeigt: Der Vorwurf, kleine Unternehmen würden auf diese Weise von der Förderung ausgeschlossen, trifft nicht zu. Vielmehr ist die Branche entscheidend. Die Autoren plädieren für die Beibehaltung des Kriteriums des überregionalen Absatzes: Es ist einfach anzuwenden und steht im Einklang mit modernen regionalökonomischen Erkenntnissen (überregionale Wettbewerbsfähigkeit, Einbindung in überregionale Wissensnetze).
Download Press Release
A Cost Efficient International Lender of Last Resort
Tobias Knedlik
International Research Journal of Finance and Economics,
2010
Abstract
The current reform of the International Monetary Fund’s (IMF) lending instruments has transformed the Fund towards an international lender of last resort (ILOLR). Current research discusses various general frameworks for installing an ILOLR. However, it remains unclear how the ILOLR should actually operate. This paper discusses six different options for the construction of an ILOLR that supports central banks during currency crises. The paper concludes that the most cost efficient version of the ILOLR would be direct intervention by the IMF using IMF resources, with the option of using additional reserves from central banks. The paper considers measures of cost efficiency, such as cost of borrowing, intervention, and sterilization and moral hazard problems.
Read article
Kurzarbeit: Wichtige Stütze des Arbeitsmarktes in der Krise, aber keine Dauerlösung
Hans-Ulrich Brautzsch, Karl Henner Will
Wirtschaft im Wandel,
No. 8,
2010
Abstract
Kurzarbeit hat sich als ein wichtiges arbeitsmarktpolitisches Instrument bei der Bewältigung der Folgen der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit
erwiesen. Dazu haben in erster Linie zeitlich befristete Neuregelungen zum Kurzarbeitergeld beigetragen, die diesen „Klassiker“ unter den arbeitsmarktpolitischen Instrumenten für die Unternehmen wieder deutlich attraktiver gemacht haben. Die Zahl der Kurzarbeiter erreichte im Mai des Jahres 2009 mit über 1,5 Millionen Personen einen Stand, der seit dem Jahr 1991 nicht mehr erreicht worden war. Bezogen auf 100 Arbeitslose standen 45 Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Nur Mitte der 1970er Jahre und im Jahr 1991 wurde eine – bezogen auf die registrierten Arbeitslosen – höhere Entlastung durch Kurzarbeit erreicht. Die Zahl der Kurzarbeiter geht derzeit sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland zurück. Bemerkenswert ist die Zunahme der Dauer von Kurzarbeit. Mittlerweile werden schon 43% der Konjunkturkurzarbeiter seit über einem Jahr durch dieses Instrument gestützt. Die Gefahr einer Verstetigung von „Langzeitkurzarbeit“ nimmt zu, wenn die maximale Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld – wie zuletzt im November 2009 – weiter verlängert wird. Dadurch wird die Intention, mit Kurzarbeit einem temporären Arbeitsausfall zu begegnen, konterkariert. Generell ist zu bedenken, dass auch bei Kurzarbeit die Gefahr von Mitnahmeeffekten besteht. Vor dem Hintergrund einer deutlichen Aufhellung der Lage auf dem Arbeitsmarkt sollten nunmehr die großzügigen Regelungen für die Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld schrittweise zurückgenommen werden.
Read article
25.08.2010 • 41/2010
Kurzarbeit: Wichtige Stütze des Arbeitsmarktes in der Krise, aber keine Dauerlösung
Kurzarbeit hat sich als ein wichtiges arbeitsmarktpolitisches Instrument bei der Bewältigung der Folgen der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit erwiesen. Im Mai des Jahres 2009 kletterte die Zahl der Kurzarbeiter auf über 1,5 Millionen Menschen. Bezogen auf 100 Arbeitslose standen 45 Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Nur Mitte der 1970er Jahre und im Jahr 1991 wurde eine – bezogen auf die registrierten Arbeitslosen – höhere Entlastung des Arbeitsmarktes durch Kurzarbeit erreicht. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).
Download Press Release
A Control Group Study of Incubators’ Impact to Promote Firm Survival
Michael Schwartz
Wirtschaft im Wandel,
No. 7,
2010
Abstract
Technologie-, Gründer- oder Innovationszentren (TGZ) sind als Instrumente städtischer Technologieund Innovationsstrategien kaum mehr wegzudenken.
Das fundamentale Ziel einer Unternehmensförderung durch TGZ besteht darin, die Startschwierigkeiten junger Unternehmen zu kompensieren und sie langfristig lebensfähig zu machen. Bislang ist jedoch nicht geklärt, inwiefern TGZgeförderte Unternehmen tatsächlich langfristig höhere Überlebenschancen besitzen als nicht geförderte Unternehmen außerhalb der TGZ. Dieser Frage widmet sich das IWH in der aktuell laufenden IWH-TGZ-Kontrollgruppenstudie. Der vorliegende Artikel stellt erste Ergebnisse daraus vor. Die Studie berücksichtigt insgesamt 371 geförderte Unternehmen aus TGZ in den Städten Dresden, Halle (Saale), Jena, Neubrandenburg und Rostock. Diesen wird eine ebenso große Kontrollgruppe von Unternehmen gegenübergestellt, die nicht durch TGZ gefördert wurden, ansonsten den TGZUnternehmen aber in wesentlichen Merkmalen gleichen. Signifikant höhere Überlebenschancen geförderter Unternehmen gegenüber der jeweiligen Kontrollgruppe sind für keinen der fünf untersuchten Standorte nachweisbar. In drei von fünf Fällen besitzen die geförderten Unternehmen langfristig signifikant niedrigere Überlebenschancen gegenüber der Kontrollgruppe. Die Ergebnisse legen daher den Schluss nahe, dass es für Unternehmen der untersuchten Standorte für ihr Überleben unerheblich ist bzw. negative Auswirkungen hat, wenn sie eine Förderung durch TGZ erhalten haben.
Read article
Urban Development by Protecting Historic Buildings? An Analysis of Incentives and Regulations in Heritage Conservation
Peter Franz
Wirtschaft im Wandel,
No. 6,
2010
Abstract
Für die Stadtentwicklung in Ostdeutschland spielen die Regularien des Denkmalschutzes eine hervorgehobene Rolle. Zahlreiche Städte verfügen noch über ein stadtbildprägendes bauliches kulturelles Erbe. Als Reaktion auf den in der DDR-Zeit vorangeschrittenen Verfall dieser historischen Bausubstanz sind in den Neuen Ländern vergleichsweise rigide Denkmalschutzgesetze erlassen worden. Zusätzlich wurde im Jahr 1991 das Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ speziell für die ostdeutschen Städte ins Leben gerufen. In vielen Städten haben Denkmalschutzaktivitäten zu attraktiven Stadtzentren geführt. Auf der anderen Seite mehren sich die Anzeichen, dass eine „überzogene“ Denkmalschutzpolitik einen Hemmfaktor für die Stadtentwicklung bilden kann. Zum Auftakt dieses neu in den Fokus genommenen Forschungsthemas wird in dem Beitrag das Konzept eines ökonomischen Zugangs zum Thema des Denkmalschutzes dargelegt. Darüber hinaus erfolgt eine systematisierende Analyse dieses Politikfeldes im Hinblick auf die verschiedenen involvierten politischen Ebenen, Akteure und Regulierungen. Die Finanzierung des Denkmalschutzes, seine verschiedenen Instrumente und erkennbare nicht intendierte Effekte bilden weitere Schwerpunkte der Analyse. Die Befunde zeigen, dass in den Neuen Ländern ein höherer Anteil an Gebäuden unter Denkmalschutz steht und dass pro Kopf mehr öffentliche Mittel in den Denkmalschutz fließen als in Westdeutschland. Allerdings erweist es sich als sehr schwierig, festzustellen, wann ein optimaler oder zumindest ausreichender Stand des Denkmalschutzes in einer Stadt erreicht worden ist. Die Suche nach entsprechenden Indikatoren impliziert weiteren Forschungsbedarf.
Read article
The Extreme Risk Problem for Monetary Policies of the Euro-Candidates
Hubert Gabrisch, Lucjan T. Orlowski
Abstract
We argue that monetary policies in euro-candidate countries should also aim at mitigating excessive instability of the key target and instrument variables of monetary policy during turbulent market periods. Our empirical tests show a significant degree of leptokurtosis, thus prevalence of tail-risks, in the conditional volatility series of such variables in the euro-candidate countries. Their central banks will be well-advised to use both standard and unorthodox (discretionary) tools of monetary policy to mitigate such extreme risks while steering their economies out of the crisis and through the euroconvergence process. Such policies provide flexibility that is not embedded in the Taylor-type instrument rules, or in the Maastricht convergence criteria.
Read article
Challenges for Future Regional Policy in East Germany. Does East Germany really show Characteristics of Mezzogiorno?
Mirko Titze
A. Kuklinski; E. Malak-Petlicka; P. Zuber (eds), Souther Italy – Eastern Germany – Eastern Poland. The Triple Mezzogiorno? Ministry of Regional Development,
2010
Abstract
Despite extensive government support the gap between East and West Germany has still not been successfully closed nearly 20 years post German unification. Hence, some economists tend to compare East Germany with Mezzogiorno – underdeveloped Southern Italy. East Germany is still subject to sever structural problems in comparison to West Germany: lower per capita income, lower productivity, higher unemployment rates, fewer firm headquarters and fewer innovation activities. There are East German regions with less than desirable rates of development. Nevertheless, the new federal states have shown some evidence of a convergence process. Some regions have developed very positively – they have improved their competitiveness and employment levels. As such, the comparison of East Germany with Mezzogiorno does not seem applicable today.
According to Neoclassical Growth Theory, regional policy is targeted enhancing investment (hereafter the notion ‘investment policy’ is used). has been the most important instrument in forcing the ‘reconstruction of the East’. Overall, the investment policy is seen as having been successful. It is not, however, the only factor influencing regional development – political policy makers noted in the mid 1990s that research and development (R&D) activities and regional concentrated production networks, amongst other factors, may also play a part. The investment policy instrument has therefore been adjusted. Nevertheless, it cannot be excluded that investment policy may fail in particular cases because it contains potentially conflicting targets. A ‘better road’ for future regional policy may lie in the support of regional production and innovation networks – the so-called industrial clusters. These clusters would need to be exactingly identified however to ensure effective and efficient cluster policies.
Read article